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Wassergebundene Decke – Aufbau und Herstellung

Wer ein Grundstück kauft und dieses nach dem Hausbau gestaltet der kommt schnell ins Grübeln was nun richtig ist als Belag für Wege, Parkplätze und Stellflächen. Pflaster ist nicht nur teuer sondern kann in manchen Gegenden auch zum Nachteil werden, denn es kann sein das pro Quadratmeter versiegelter Fläche eine Gebühr zu bezahlen ist da das Regenwasser durch eine Kanalisation aufgenommen werden muss. Fragen Sie unbedingt vor Ihren Überlegungen bei Ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung nach ob es bei Ihnen diese Abgabe gibt oder geplant ist, denn dann sollten Sie versuchen die versiegelten (Gepflasterten) Flächen so gering wie möglich zu halten.

wassergebundene Decke

Wassergebundene Decke auf einem Weg

Wassergebunde Decke / Wegedecke

Viele Laien kennen als Fahrbahn bzw. Parkplatzbefestigungen nur Pflaster, diesen gibt es für jeden Geschmack und Geldbeutel, Naturpflaster wie Granit oder Basalt oder Betonpflaster in allen möglich Formen und Farben.

Doch es gibt auch noch eine ganz andere Möglichkeit, nämlich die wassergebunde Decke. Gesehen hat Sie bestimmt jeder schon einmal, denn Sie kommt häufig auf Verkehrswegen mit geringer Belastung zum Einsatz, zum Beispiel in Parks und auf Waldwegen.

Doch ist die wassergebundene Wegedecke auch für Zuhause auf dem eigenen Grundstück zu empfehlen? Ja das ist Sie, und hat dabei so einige Vorteile. Aber auch Nachteile gibt es, welche das sind erfahren Sie in diesem Artikel.

Info: Kostenfaktor Regenwasser

Immer mehr Flächen werden versiegelt, das bedeutet das Regenwasser versickert nicht dort wo es anfällt sondern muss über eine Kanalisation „entsorgt“ bzw. abgeleitet werden. Umso mehr Flächen versiegelt werden umso mehr wird die Kanalisation belastet und das verursacht extreme Kosten. Aus diesem Grund legen diese Kosten viele Gemeinden und Städte auf die Verursacher um, also auf Grundstückseigentümer die Flächen auf Ihrem Grundstück versiegelt haben.

Die Beträge dafür sind unterschiedlich, wir haben bei Recherchen herausgefunden das Sie im Moment zwischen 0,40 und 1,30 Euro pro Quadratmeter liegen. Wer eine große Einfahrt inkl. Hof gepflastert hat, für den kommen so jährlich ganz schöne Kosten allein für die versiegelten Flächen zu.

Die Vorteile einer wassergebundenen Wegedecke:

Die Flächen die mit einer wassergebundenen Decke ausgeführt werden, lassen Regen versickern. Das heißt: es muss keine Abgabe auf diese Flächen bezahlt werden das anfallende Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern kann.

Wassergebundene Decken können natürlich befahren werden, auf Ihrem Grundstück mit einer normalen Privaten Nutzung ist die Wegedecke für jeden Anspruch geeignet, unter dem Carport, auf dem Stellplatz, auf Wegen und sogar für die Einfahrt.

Ein weiterer Vorteil ist das Sie die Wegedecke recht einfach selbst herstellen können, etwas Geschick und eine rechte, sowie linke Hand natürlich vorausgesetzt.

Die Nachteile:

Eine wassergebunde Decke muss man regelmäßig in standhalten. Denn starke Regenfälle können die oberste Schicht abtragen. Auch Schneeschieben im Winter setzt der Wegedecke zu, man kann Schnee schieben allerdings kann es dadurch zu Beschädigungen der Oberfläche kommen. In den meisten Fällen genügt es aber wenn Sie neues wegedecken-Material aufstreuen. Wenn Sie eine eigene Rüttelplatte haben können Sie das neue Material damit verdichten.

Aufbau einer wassergebundenen Decke:

Aufbau wassergebundene Decke

Aufbau einer wassergebundenen Decke

Auf den verdichteten Untergrund kommt eine Tragschicht, diese besteht aus 0/32 mm Schotter. Die Tragschicht wird abhängig von der späteren Beanspruchung 20 bis 30 cm stark und gut verdichtet. Wir empfehlen für einen Stallplatz / Parkplatz 30cm Stärke.

Auf diese Tragschicht kommt die Ausgleichsschicht, diese wird aus Schotter 0/16 mm hergestellt und ist 6 bis 8 cm stark.

Auf die Tragschicht kommt dann die eigentliche Wegedecke, das Material besteht aus 0/8 mm Körnung. Es gibt die Wegedecke in einigen Steinbrüchen und natürlich bei Baustoffhändlern zu kaufen.

Die Deckschicht wird feucht, nicht nass, eingebaut mit einer Stärke von rund 3 cm. Verdichtet hat die Deckschicht dann eine Stärke von ca. 2cm.

Nach dem aufbringen der Deckschicht wird diese verdichtet. Im Idealfall wird dies mit einer Walze erledigt. Es ist allerdings auch möglich mit einer kleinen Rüttelplatte (unter 100 Kg). Wir haben damit selbst bereits gute Ergebnisse erzielt. Wenn Sie eine eigene Rüttelplatte haben dann nutzen Sie diese wenn Sie Ihre wassergebundene Decke anlegen.

 

Wichtig: Natürlich muss auch ein Weg entwässert werden. Das erreichen Sie indem der Weg zu einer Seite ein Gefälle von 1 bis 2% hat. Und dieses Gefälle müssen Sie von Anfang an beachten, es muss bereits in der Tragschicht vorhanden sein. Das Gefälle allein mit der Deckschicht zu realisieren ist nicht möglich.

Kosten für eine wassergebundene Wegedecke

Oft ein Grund warum sich auch für die wassergebundene Decke entschieden wird, sind die Kosten. Vergleichsweise ist die wassergebundene Wegedecke eine günstige Möglichkeit Flächen zu befestigen. Rund 2/3 Kostet diese im Vergleich zu Pflasterflächen. Wenn Sie die Wegedecke selbst herstellen dann ist das natürlich um einiges günstiger. Auch die Zeitersparnis gegenüber dem Pflastern ist enorm.

Fazit: Die wassergebundene Wegedecke ist eine ideale Möglichkeit um Flächen auf dem eigenen Grundstück zu befestigen. Es ist allerdings mit (minimalem) Pflegeaufwand zu rechnen, dieser hält sich auf einem Privatgrundstück aber in Grenzen.